Ein Blog von Christine Felsinger
mit Fotos von Felix Knaack

Pferde-Wasser-ABC: Algen bis Zinkwanne

Die besten und schlechtesten Wasserquellen

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Ätsch, ich kenne das FREUNDPFERD-Trink-ABC schon! Foto: Felsinger Ätsch, ich kenne das FREUNDPFERD-Trink-ABC schon! Foto: Felsinger

Woraus trinken Pferde gesund, was ist giftig?

In Tränke, Tümpel, Regentonne lauern Gefahren. Ein Überblick.

Algen: Sie wachsen vor allem im nährstoffreichen Wasser und zeigen an, dass es durch Fäkalien, Düngemittel oder Futterreste verschmutzt ist. Häufig in Teichen, Weidegräben und Selbsttränke, die zu selten gereinigt werden. Manche Algen sind harmlos, andere (z.B. blaugrüne Algen) sind giftig für Pferde. Veralgtes Wasser enthält zudem meist Bakterien. Für Pferde ungeeignet.

Bakterien: Relevant sind vor allem Coli-Bakterien und Salmonellen. Escherichia coli ist ein leicht nachweisbarer Güte-Zeiger für Wasser: Findet sich der an sich harmlose Darm-Keim im Wasser, ist es durch Fäkalien verschmutzt und kann auch andere, schädliche Bakterien, etwa Salmonellen, enthalten.

Chlor: wird in der Trinkwasseraufbereitung eingesetzt, um Keime zu töten. Je stärker das Trinkwasser einer Region gechlort werden muss, desto schlechter seine Qualität. Pferde verschmähe gechlortes Wasser häufig.

Hefen: stinkende Hefepilze bilden sich, wenn Futterreste ins Wasser gelangen und dort gären. Das Wasser ist dann verdorben; erkennbar an Bläschen im Wasser.

Insekten: an sich unschädlich, vor allem Fliegen schleppen aber Bakterien ins Wasser. Einzelne Pferde reagieren auf Insekten mit Hautausschlägen.

Kadaver: Mäuse- und Vogelkadaver bringen Fäkalkeime, Leichengift und eventuell Clostridium botulinum, den Auslöser von Botulismus, ins Wasser. Sofort wegschütten!

Leberegel (Fasciola hepatica): seltene Parasiten, die Pferde schwächen, sie mager und das Fell struppig machen. Anämie und Verdauungsstörungen drohen. Zwischenwirt ist eine Schnecke, die in Tümpeln lebt. Daraus sollten Pferde ohnehin nicht saufen.

Nitrat: ebenso wie Phosphat in Tümpeln, Gräben und Bächen mit Gülle-Zulauf. Überdüngt das Wasser, lässt Algen wachsen, kann Durchfall auslösen.

Regenwasser (=Dachablaufwasser): Qualität hängt von der Luftverschmutzung ab, und diese wiederum von Industrie und Verkehr. Regen ist sehr weich und leicht sauer. Es hat in vielen Orten Trinkwasserqualität, kann aber durch Vogelkot auf Dächern und durch Staub verschmutzen. Am besten in unterirdischen Tanks kühl und dunkel lagern, damit es nicht veralgt und verkeimt. In Bottichen aufgefangen, sollte es je nach Wetter nach ein paar Tagen weggekippt werden. Am dreckigsten ist Dachablaufwasser nach langen Trockenperioden.

Rost: Eisenoxide sind an sich nicht schädlich, bilden aber Flocken im Wasser, an die sich Keime setzen können.

Salmonellen: kommen durch Kot (vor allem von Vögeln) ins Wasser und lösen bei anfälligen Pferden, z.B. Fohlen, schwere Durchfälle aus

Schimmelpilze: Defekte Wasserleitungen, in die Luft und Dreck gelangen, können verpilzen. Extrem selten.

Schwebstoffe: alles, was Wasser trüb und sichtbar dreckig macht – Staub, Rußpartikel, Rost, Pollen, Heuhalme, Federn, Haare, Algenteile, Laub. Diese Stoffe bieten Bakterien und Pilzen üppige Oberfläche und Nahrung für schnelle Vermehrung.

Schwermetalle: Kupfer, Zink, Blei aus älteren Wasserleitungen oder aus Regenwasser, das auf Metalldächern gesammelt wird. Besser ist daher ein Zielgedach. Schwermetalle können auch in Wasser vorkommen, in das Gülle fließt. Vergiftungen sind allerdings extrem selten.

Temperatur: In warmem Wasser vermehren sich Bakterien und Algen rasend. Für ein Wasserfass auf der Sommerweide sind zwei Tage deshalb ein absolutes Maximum, ehe man den Inhalt austauschen muss- Ein sauberer Tränkewagen, der mit Leitungswasser gefüllt und im Schatten deponiert wird, kann 5 bis 6 Tage stehen.

Vorfluter: Flüsse, Bäche oder Kanäle, die das Wasser aus der Kläranlage aufnehmen. Zur Sicherheit Pferde dort lieber nicht tränken.

Wasseranalyse: ist empfehlenswert, sofern man nicht mit Leitungswasser tränkt, sondern mit Regen-, Fluss- oder Brunnenwasser. Werte können sich allerdings schnell ändern; die beste Sicherheit bietet hier Leitungswasser.

Zinkwannen: siehe Schwermetalle; keine Gefahr für Pferde.

Die Pferde meiner Freundin Silke stehen auf Tag-und-Nacht-Koppeln. Zinkwannen, die täglich frisch gefüllt werden, finden sie klasse zum Nase tauchen. Foto: Felsinger

Die Pferde meiner Freundin Silke stehen auf Tag-und-Nacht-Koppeln. Zinkwannen, die täglich frisch gefüllt werden, finden sie klasse zum Nase tauchen. Foto: Felsinger

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