Ein Blog von Christine Felsinger
mit Fotos von Felix Knaack

Edle Spender: Hund füttert Hund, Pferd füttert Pferd

Mit Video-Beweis: Pferd füttert seinem Kumpel Heu!

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Ich schenk dir was: Tiere bringen sich gern gegenseitig etwas Essbares mit, haben Forscher herausgefunden. Foto: Duffy Brook on Unsplash Ich schenk dir was: Tiere bringen sich gern gegenseitig etwas Essbares mit, haben Forscher herausgefunden. Foto: Duffy Brook on Unsplash

Nicht nur Menschen sind hilfsbereit und bringen gerne mal großzügig Pralinen & Co. mit. Auch Hunde, Pferde und andere Tiere spendieren Futter an Kumpel, die sie kennen – schaut es euch im Video an, wie ein Pferd seinen Boxennachbarn füttert!

Rachel Dale und Friederike Range, Verhaltensbiologen des Messerli Forschungsinstitutes an der Vetmeduni Vienna, haben in Versuchen bestätigt, wie Hunde, die sich gut kennen, sich gegenseitig füttern. Sie entdeckten: Per Seilzug ließen sie sich gegenseitig eine Belohnung zukommen.

Spielmarken erkennen und Leckerli spendieren

Die neueste Studie der Forscher nutzte nun ein schwierigeres Testverfahren, bei dem ebenfalls vertraute Hunde bevorzugt wurden. Anstatt an einem Seil zu ziehen, mussten die Hunde spezielle Gegenstände, sogenannte Spielmarken, erkennen und die Futterspende auslösen. „Die Hunde wurden zuerst auf eine Spielmarke trainiert, die Futter für sie selbst zur Verfügung gestellt hat, dann auf zwei weitere, wobei eines davon eine Belohnung für einen Partner auslöste, das andere nicht“, sagt Rachel Dale. Dann wurde getestet, ob sich die Hunde auch in dieser komplexeren Situation prosozial verhalten und Futter zur Verfügung stellen.

Dabei wartete in einer vorn zwei Testkammern der Testhund, bis die Forscherinnen ein Brett mit den Spielmarken zeigten. Jetzt konnte sich das Tier entscheiden, ein Leckerli zu geben oder nicht. In der ersten Testreihe war die zweite Partnerkammer mit einem bekannten oder fremden Hund besetzt. Die Hunde konnten sich während des Tests sehen. Beim zweiten Test blieb die Partnerkammer leer, aber der Hund war im Versuchsraum anwesend. Im dritten Test waren die Testhunde alleine im Testaufbau. Am Ende jeder Versuchsreihe konnten sich die Testtiere, selber belohnen, indem sie die Spielmarke drücken durften, die sie selbst belohnte. Damit wurde sichergestellt, dass die Hunde noch motiviert und nicht gestresst waren und sich nicht von einem fremden Hund ablenken ließen.

Auch bei diesem Schwierigkeitsgrad bestätigte sich das prosoziale Verhalten der Tiere. Wobei bekannte Hunde dreimal häufiger belohnt wurden als fremde Hunde.

Spielmarken-Test: Bekannte Hunde erhielten öfter ein Leckerli vom Artgenossen. Foto: Mylene Quervel-Chaumette/Vetmeduni Vienna

Spielmarken-Test:
Bekannte Hunde erhielten öfter ein Leckerli vom Artgenossen. Foto: Mylene Quervel-Chaumette/Vetmeduni Vienna

Anwesenheit von Artgenossen bestärkt Spendierlaune

Wichtig für die Motivation scheint dabei die Anwesenheit eines Artgenossen zu sein. Selbst wenn ein zweiter Hund ganz einfach nur im Raum und nicht direkt in der Partnerkammer war, erhöhte das die Motivation, ein Leckerli zu geben. Diese Social Facilitation-Theorie besagt, dass es eher zu einer Leistung kommt, wenn Artgenossen anwesend sind.

Freigiebigkeit galt lange als eindeutig menschliche Eigenschaft. Dann wurde sie bei Ratten, Schimpansen und jetzt auch Hunden entdeckt. Spendiertests mit Kleinkindern und Schimpansen kamen zu ähnlichen Ergebnissen; bei Pferden haben die Forscher das Phänomen Spendierlaune noch nicht studiert. Wobei es Anekdoten und Videos gibt, die darauf deuten, dass auch Pferde sich gegenseitig füttern

Rachel Dale et al., „Task Differences and Prosociality; Investigating Pet Dogs‘ Prosocial Preferences in a Token Choice Paradigm“, PLOS ONE

Mehr Tipps über die motivierende Wirkung von Leckerli 

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