Ein Blog von Christine Felsinger
mit Fotos von Felix Knaack

Video-Übung: Wie die Füße den Reitersitz lockern

Serie: Alltagsübungen für Reiter von Sibylle Wiemer

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Füße und Schenkel müssen beim Reiten feinste Fühlung halten und entsprechend gymnastiziert werden. Foto: Wiemer Füße und Schenkel müssen beim Reiten feinste Fühlung halten und entsprechend gymnastiziert werden. Foto: Wiemer

„Dressur für jede Figur“ haben wir unsere Serie einfacher Alltags-Übungen für Reiter genannt: So sitzen wir geschmeidiger im Sattel, bereiten uns im Stall einfach und schnell aufs Reiten vor – und schonen unser Pferd. Für alle Reiterinnen, auch mit ein paar Pfunden mehr! Ein Projekt von Christine Felsinger und Sibylle Wiemer.

Reitlehrerin Sibylle Wiemer bildet Pferde und Reiter auf jedem Niveau aus. Sie lebt in Fintel bei Hamburg.

Reitlehrerin Sibylle Wiemer bildet Pferde und Reiter auf jedem Niveau aus. Foto-Copyright: Bokelmann

Unsere Füße sind toll. Sie tragen uns durchs Leben, sie ertragen unser Gewicht, bisweilen auch fragwürdiges Schuhwerk. In dieser Folge unserer Übungs-Serie möchte ich speziell unseren Füßen Augenmerk schenken, die auch beim Reiten Einfluss auf den gesamten Körper haben.

Die Basis-Kontroll-Übung für den lockeren Reiterkörper

Diese Übung dient der Kontrolle und wird vor oder nach den lockernden Fuß-Übungen durchgeführt. Mit dieser Übung schärfen Reiter ihre Wahrnehmung für den eigenen Körper und nehmen teils erstaunliche Veränderungen oder Verbesserungen im Körper wahr. So geht’s: Sitzen Sie auf einem Stuhl oder Hocker und wenden Kopf und Oberkörper zur rechten und zur linken Seite. Drehen Sie sich dabei so weit wie ohne Anstrengung und Widerstand möglich, und merken Sie sich am Ende dieser Drehung einen Endpunkt, der Ihnen später als Vergleich dient.

Fuß-Übung 1: Zehen heben und krümmen

Setzen Sie sich auf einen Hocker oder Stuhl, stellen Sie beide Füße mit der gesamten Sohle etwa hüftbreit auf den Boden. Es geht los: Heben Sie nur die Zehen an, dann heben Sie Ihren ganzen Fuß an, die Ferse bleibt dabei immer am Boden. Krümmen Sie Ihre Zehen nach unten, und setzen Sie Ihren Fuß wieder ab. Wiederholen Sie das alles pro Fuß 10 bis 15 Mal.

Fuß-Übung 2: Und jetzt krümmen und heben

Drücken Sie ihre Zehen runter und heben Sie Ihren Fuß an, die Ferse bleibt dabei auf dem Boden. Heben Sie Ihre Zehen hoch und senken den Fuß wieder ab. Wiederholen Sie das alles pro Fuß 10 bis 15 Mal.

Wenden Sie nun die Basis-Kontroll-Übung an. Ist das nicht der Hammer, wie locker wir plötzlich im ganzen Körper sind?

Fuß-Übung 3: Laufen wie auf Wolken

Kaufen Sie sich zwei Franklinbälle oder Tennisbälle, und stellen Sie sich mit beiden Füßen auf jeweils einen Ball. Halten Sie sich irgendwo fest und rollen Sie nun auf diesen Bällen vor und zurück. Kleine Vorwarnung: Das ist nur bedingt angenehm, aber hinterher – das verspreche ich – laufen Sie wie auf Wolken.

Fuß-Übung 4: Wippen auf Stufen

Suchen Sie sich eine Treppe im Stall, stellen Sie sich auf eine Stufe mit beiden Fußballen. Stehen Sie auf den Zehengrundgelenken und federn Sie abwechselnd bei mehr oder weniger gebeugten Knien elastisch. Senken und heben Sie dabei Ihre Absätze. Zum Vergleich stehen Sie einmal nur auf den Zehenspitzen. Was verändert sich in Ihrem Körper?

Diese Übung können Sie auch sehr gut in einem Schwimmbad auf der Treppe machen, falls Sie Probleme mit Ihren Gelenken haben.

Der Fuß-Tipp für den Steigbügel

Und jetzt noch letzte Tipps für die korrekte Haltung der Füße in den Steigbügeln: Nehmen Sie den Bügel nicht mit den Fußspitzen, sondern mit den Fußballen auf. Achten Sie darauf, dass der Bügel wirklich unter allen fünf Zehengrundgelenken ist. Reiten Sie mit Steigbügeln, die Ihnen einen festen Untergrund gewährleisten. In den vermeintlich gelenkschonenden Steigbügeln mit Gummiseiten wird Ihr Fuß keinen sicheren Halt finden. Das Gehirn versucht, den beweglichen Untergrund durch das Feststellen eines der nächsten Gelenke auszugleichen, was zu einer Einschränkung der Beweglichkeit und des Mitschwingens führt.

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