Ein Blog von Christine Felsinger
mit Fotos von Felix Knaack

Überblick: Die besten Stroh-Sorten von Hafer bis Weizen

Vor- und Nachteile: Was Pferd am liebsten fressen oder verschmähen.

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Weil Pferde beim Fressen mit den Nüstern tief ins Stroh tauchen, muss es hygienisch sein. Sonst haben wir bald ein Husten-Problem. Foto: FREUNDPFERD Weil Pferde beim Fressen mit den Nüstern tief ins Stroh tauchen, muss es hygienisch sein. Sonst haben wir bald ein Husten-Problem. Foto: FREUNDPFERD

Weizen-Stroh

Weizenstroh ist das häufigste und begehrteste Stroh in Deutschland. Rund 20 Millionen Tonnen Weizen werden jedes Jahr geerntet, ebenso viele Tonnen Stroh fallen dabei an.
Typisch: Bauchige Körner sitzen in vier Zeilen in der Ähre und tragen keine Grannen. Weizenstroh taugt optimal als Streu und Futter. Es ist goldgelb, recht blattreich, und Pferde fressen es gern.

Weizenstroh ist die häufigste Strohsorte und eignet sich als Futter und Einstreu für Pferde. Foto: FREUNDPFERD

Weizenstroh ist die häufigste Strohsorte und eignet sich als Futter und Einstreu für Pferde. Foto: FREUNDPFERD

Hafer-Stroh

Haferstroh schmeckt gut, ist sehr blattreich und als Futterstroh begehrt, unterscheidet sich im Futterwert aber nicht von anderen Sorten. Mit jährlich nur 1,3 Millionen Tonnen ist es die seltenste Strohsorte.
Typisch: Körner sitzen auf langen, dünnen Stielen. Haferstroh muss auf dem Feld besonders gut trocknen, damit es nicht schimmelt.

Haferstroh ist als Futterstroh für Pferde beliebt und sehr blattreich. Foto: FREUNDPFERD

Haferstroh ist als Futterstroh für Pferde beliebt und sehr blattreich. Foto: FREUNDPFERD

Gersten-Stroh

Gerstenstroh ist die zweithäufigste Strohsorte (rund 12 Millionen Tonnen/Jahr) und fühlt sich weicher an als andere Sorten. Außer im Stall wird es im Garten verwendet – als Umzäunung für Beete soll es Schnecken abhalten, in Teichen das Algenwachstum hemmen. Häufig wird behauptet, Gerstenstroh sei wegen seiner pieksenden Grannen gefährlicher für Augen, Zahnfleisch und Darm von Pferden als andere Strohsorten. „Ich hab‘ allerdings noch nie gehört, dass ein Pferd durch die Grannen verletzt wurde“, sagt Futter-Expertin Ellen Kienzle. Sie fürchtet eher den Windhalm, ein feines, grasähnliches Unkraut, das sich besonders häufig zwischen Gerstenstroh findet. „Windhalm kann im Pferdedarm Knäule bilden, die zu Verstopfungen führen.“
Typisch: Schlanke Körner sitzen in zwei oder vier Zeilen in der Ähre, sehr lange Grannen.

Gerstenstroh hat die längsten Grannen. Weil diese pieksen können, fürchten manche Reiter, dass es Pferden schaden könnte. Foto: FREUNDPFERD

Gerstenstroh hat die längsten Grannen. Weil diese pieksen können, fürchten manche Reiter, dass es Pferden schaden könnte. Foto: FREUNDPFERD

Roggen-Stroh

4,5 Millionen Tonnen Roggenstroh fallen pro Jahr an. Es wird in Öko-Matratzen gestopft, zu Schuhen und Körben geflochten oder dämmt Dächer und Häuser. Typisch: Schlanke Körner sitzen in vier Zeilen in der Ähre, mittellange Grannen. Roggenstroh hat die längsten und härtesten Stengel und enthält am meisten Lignin und Rohfaser. Weil es bitter schmeckt, fressen Pferde es nicht so gern. Entgegen vieler Behauptungen ist Roggenstroh ebenso wie Gerstenstroh nicht saugfähiger als Weizenstroh.

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