Ein Blog von Christine Felsinger
mit Fotos von Felix Knaack

Stroh-Special: Gutes Pferde-Stroh ist Futter und Bett

Der Ratgeber rund um Stroh: Sorten, Futterwert, Staub & Husten

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Futter und Bett für Pferde: Bevor das Stroh zu Ballen gepresst wird, muss ein bis zwei Tage die Sonne drauf scheinen. Foto: Felix Knaack Futter und Bett für Pferde: Bevor das Stroh zu Ballen gepresst wird, muss ein bis zwei Tage die Sonne drauf scheinen. Foto: Felix Knaack

Stroh ist ein echter Schatz im Stall. Denn Pferde fressen es gern, schlafen darin am liebsten und nutzen es auch gerne als Klo… Allerdings gibt es ein paar Haken an den leckeren Halmen, denn sie sind wetterempfindlich. Hier ist der Stroh-Ratgeber mit Tipps der FREUNDPFERD-Experten!

„Feucht, muffig, grau: So ein Stroh kann der Bauer gleich behalten“, urteilt Diplom-Ingenieur Matthias Conzelmann, der auf der Schwäbischen Alb seit 25 Jahren einem selten gewordenen Job nachgeht: Er kauft, verkauft und produziert Stroh; zählt damit zur raren Spezies der Raufutterhändler. Sein Ruf und sein Geschäft stehen und fallen damit, wie sauber sein halmreiches Handelsgut ist: „Hab’ ich Schimmel im Stroh, hat der Kunde irgendwann ein krankes Pferd im Stall.“

Aus Strohraufen mit abgeteilten Fressplätzen können Pferde das Stroh sauber und sicher fressen. Foto: FREUNDPFERD

Aus Strohraufen mit abgeteilten Fressplätzen können Pferde das Stroh sauber und sicher fressen. Foto: FREUNDPFERD

Ein Tierarzt könnte das nicht besser auf den Punkt bringen. Husten-, Allergie- und Futterspezialisten für Pferde warnen einhellig vor Stroh, das erst auf dem Feld verpilzt, später dann im Regen gammelt und schließlich als Matratzenstreu mieft und Pferde zum Husten bringt. Statt dessen, fordern Experten, sollte Stroh in Pferdeställen endlich so behandelt werden, wie es ihm gebührt: als Stoff, aus dem nachts Pferdeträume sind und tags gesunde Knabbersticks für schlanke, zufriedene Pferde werden.

„Strohstreu muss Lebensmittelqualität haben und so gut sein wie Heu“

Das fordert Tierarzt Dr. Lutz Ahlswede, viele Jahre lang Referent für Pferdegesundheit bei der Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe. Er weiß um den schwierigen Spagat, den viele Ställe beim Stroh machen, bleibt aber unerbittlich bei der Qualität: „Da kann man nicht trennen zwischen Futter und Bett.“

Seit der Mensch Tiere hält, schiebt er ihnen die dürren Stengel von Weizen, Gerste, Roggen oder Hafer als Mahlzeit, Matratze und Klo unter. „Strawa“, Streu nannten die Germanen das Stroh, was unmissverständlich auf seine zeitlose Aufgabe deutet. Nicht überliefert ist, ob es schon immer so schlecht behandelt wurde wie heute. In der Sprache haben Strohwitwe, Strohmann oder Strohfeuer einen miserablen Ruf; in Ställen gilt dreckiges Stroh als Allergie-Auslöser.

Tatsächlich zeigen Studien von Stallhygienikern und Tierärzten, dass Stroh selten so tadellos ist, wie es sein sollte.

Bakterien, Hefen, Schwärze- und Schimmelpilze tanzen Samba im Bett der Pferde

Milben und Käfer gesellen sich gerne hinzu. Dass sich vor allem Pilze gerne ins gemachte Strohnest setzen, ist bekannt – und ernährt einen kleinen, aber feinen Wirtschaftszweig: Züchter von Morcheln, Austern- und Shiitake-Pilzen betten ihre leckere Brut auf Stroh und ernten mit etwas Routine auf einem feuchten 10-Kilo-Ballen bis zu 5 Kilo Pilze.

Während der Strohernte hoffen die Bauern auf gutes Wetter. Regen würde den Pilzbefall fördern. Foto: FREUNDPFERD

Während der Strohernte hoffen die Bauern auf gutes Wetter. Regen würde den Pilzbefall fördern. Foto: FREUNDPFERD

Reiter regen sich über Pilze im Stroh freilich zu Recht auf, denn die bleigrauen bis tiefschwarzen Samtrasen künden von Schimmelbefall, lassen Pferde husten und sind Zeuge des Ernte-Wetters: Die Strohqualität steht und fällt nämlich mit dem Wetter. Regnet und stürmt es im Sommer, knickt das Getreide auf dem Feld um. Es lagert und wird zum Wasserpuffer, in dem Aspergillus, Fusarium und andere Pilze brüten. Begleiten Wolkenbrüche die Getreideernte, sind die Aussichten auf gutes Stroh im Herbst schlecht.

In normalen Jahren und trockenen Sommern genügt es, wenn Stroh ein bis zwei Tage auf dem Feld trocknet. „Kommt Regen dazwischen, braucht es mindestens einen Tag länger, und dazwischen muss man es mal wenden“, sagt Tierarzt und Pferdehaltungsexperte Lutz Ahlswede.

Strohernte: Die Ballenpresse fährt langsam über das Feld und sammelt das Stroh ein, das hinten als Rundballen heraus plumpst. Foto: FREUNDPFERD

Strohernte: Die Ballenpresse fährt langsam über das Feld und sammelt das Stroh ein, das hinten als Rundballen heraus plumpst. Foto: FREUNDPFERD

Wird nicht gewendet und nicht gewartet, also das Stroh zu schnell nach dem Schneiden gepresst, sitzt der Pilz im Ballen – und wird ausgerechnet jenen Pferden vor die Hufe geworfen, die ihn am allerwenigsten vertragen: den Fohlen und Jungpferden. „Leider kommt es immer noch vor, dass man schlechtes Stroh in den Laufställen der Aufzuchtbetriebe entsorgt“, schimpft Ahlswede. „Die Bauern wissen nämlich nicht, wohin damit. Den tragenden Stuten will man es nicht füttern, den Reitpferden auch nicht. Also landet das staubige, verpilzte Stroh bei den Jungpferden. Aber gerade die sind extrem anfällig für die Entstehung von Husten und Allergien.“

Sind die Einsteller und Pferdebesitzer solchen Einstreu-Praktiken der Stallbetreiber hilflos ausgeliefert? Nein, findet Professor Ellen Kienzle, Lehrstuhlinhaberin für Tierernährung an der Universität München. „Das hat mit der Nachfrage zu tun. Wenn genügend Pferdebesitzer so etwas als Grund zum Auszug nehmen, würde sich das ändern“, meint die Tierärztin und passionierte Reiterin.

 Bevor der Reiter freilich meckert, muss er wissen, wie er gutes von schlechtem Stroh unterscheidet. Beim Erkennen der Sorten wird er sich schon mal schwertun, wenn er zwischen den Halmen keine Ähren findet. Doch die Sorte ist auch eher nebensächlich; auf die Sauberkeit kommt es an. „Gutes Gerstenstroh ist besser als schlechtes Weizenstroh“, stellt Kienzle klar und rät: „Rein fassen und rein riechen.“ Stroh darf sich nicht klamm anfühlen und soll nicht muffig, schimmlig oder erdig riechen.

„Auf keinen Fall darf Stroh stauben. Wenn Sie niesen und husten müssen oder Juckreiz spüren, taugt es nichts“

Käfer, Milben oder Unkraut gehören nicht ins Bett von Pferden; völlig vergraute Halme zeugen von Schimmel. „Eigentlich sollte Stroh schön gelb sein, wobei es nichts macht, wenn es ein bisschen verblichen ist. Aber man sollte keinen Pilzrasen abkratzen können“, sagt Kienzle und schärft ein: „Wenn irgendwo ein graues Nest sitzt ist, auf jeden Fall den kompletten Ballen wegschmeißen. Auch wenn’s schwerfällt.“ Höchste Alarmstufe sind rote und rötliche Flecken im Stroh, warnt Kienzle. „Das sind Fusarien, die meist schon auf dem Feld draufkamen.“

Pilze, Milben und Käfer sind aber nicht der einzige Dreck im Stroh, der dessen Ruf ramponiert hat, obwohl Stroh nach wie vor das perfekte Bett und Futter wäre. Ebenso menschgemacht ist die Gefahr durch Strohmatratzen.

Aus den tiefen Matratzen wabern Ammoniakdämpfe, vor denen die Lungen ebenso kapitulieren wie die Hufe

Unverdrossen packen viele Stallbesitzer Schicht auf Schicht in Boxen und Laufställe, bis deren Insassen auf einer meterdicken Biomüllhalde aus Stroh, Mist, Urin und Spulwurmeiern stehen.

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Das Stroh kann nichts dafür, wenn es derart verdreckt und verpilzt. Sauber geerntet, trocken gelagert und täglich dick eingestreut, schimmert es wie goldene Seide und riecht nach Sommerfrische auf dem Land. Das hat freilich seinen Preis; auch wenn der Stallbetreiber sein Stroh direkt auf dem heimischen Hof produziert. Die Herstellung eines Strohballens dauert etwa eine Minute: Getreide mähen, Stroh pressen und auf Wagen laden 0,7 Minuten; Ballen einlagern 0,3 Minuten. Das macht 50 Cent reine Herstellungskosten pro Ballen.

Rechnet man dann noch die Unwägbarkeit, auf schönes Wetter zu warten, das Stroh zwei Tage in der Sonne zu trockenen und die Strohballen vor dem Füttern und Einstreuen mindestens drei Monate im Trockenen zu lagern, summiert sich das zu einem Aufwand, den sich viele Pferdebesitzer nicht klar machen, wenn sie billiges Stroh verlangen – und jammern, wenn das dann nichts taugt.

Etliche Futterhersteller bieten Stroh inzwischen auch gehäckselt, pelletiert oder gemahlen an. Es wurde dazu maschinell entstaubt, vereinzelt mit ätherischen Ölen versetzt, und soll, kompakt und transporttüchtig in Folie verschweißt, eine gute Alternative für Atemwegs-Allergiker sein, die außer staubfreien Holzspänen keine andere Einstreu vertragen. Auch Strohpellets oder melassierte Strohhäcksel hängen freilich von der Qualität des Ausgangsmaterials ab und sind nicht per se hygienischer.

Wichtig: Wer Strohpellets und -häcksel einstreut, muss genügend Heu füttern

Denn sonst überfrisst sich das Pferd womöglich an der Streu, die im Darm quellen und zu Verstopfungskolik führen kann. Das passiert auch, wenn Stroh zu kurz gehäckselt wird – um die Saugwirkung zu verbessern oder Pferde zum langsamen Kauen zu bringen. Letzteres wurde schon früher bei Arbeitspferden und beim Militär praktiziert, um Geld zu sparen. „Bis in die 1950er Jahre war das der Grund für 50 Prozent aller Koliken“, sagt Ellen Kienzle, die als unterste Grenze beim Häckseln von Stroh fünf Zentimeter empfiehlt. „Sind die Halme kürzer, werden sie von Pferden ganz geschluckt und bleiben an der Engstelle zum Grimmdarm liegen.“

Weil Pferde beim Fressen mit den Nüstern tief ins Stroh tauchen, muss es hygienisch sein. Sonst haben wir bald ein Husten-Problem. Foto: FREUNDPFERD

Weil Pferde beim Fressen mit den Nüstern tief ins Stroh tauchen, muss es hygienisch sein. Sonst haben wir bald ein Husten-Problem. Foto: FREUNDPFERD

Sind die Halme lang genug, taugen sie ideal als Beschäftigungstherapie. Außerdem enthalten sie viel holziges Lignin, das die Darmbakterien des Pferds nicht knacken können – und der Körper folglich nicht in Speck umsetzt. Sind die harten Stengel also die Ideal-Diät für dicke Pferde? „Jein“, meint Kienzle, „die Verdaulichkeit von Stroh hängt davon ab, was das Pferd dazu frisst.“ Will heißen: Allein gefüttert, wird Stroh nur zu 30 Prozent verdaut. Zusammen mit Müsli oder eingeweichten Rübenschnitzeln klettert die Verdaulichkeit auf 50 Prozent. Genau solche Kombinationen empfiehlt Kienzle, damit das holzige Stroh den Pferdedarm nicht verstopft:

„Ebenfalls gut ist, für Pferde, die abnehmen müssen, täglich pro Pferd ein bis zwei Kilo Stroh plus drei Kilo Heu zu mischen. Dann nimmt das Pferd weniger zu, hat was zu beißen und bekommt keine Darmprobleme“

Auch das gründliche Ausmisten zählt zur Sonja Schmids Jobs in der Pferdevilla.

Stroh-Praxis: Das gründliche Ausmisten zählt zu Sonja Schmids Jobs in der Pferdevilla in Gechingen bei Stuttgart. Näheres dazu gibt’s hier im St(alltag)-Blog!

Stroh-Ernte:
So wird Stroh gepresst

Kleinballen (Größe: 80 x 46 x 36 Zentimeter, Gewicht: ca. 10 Kilo, Pressdichte: 90-100 Kilo/Kubikmeter) sind handlich und leicht zu lagern, ihr Stroh ist locker und lang, häufig ist der Halm nur einmal gebrochen. Weil nur noch wenige Bauern Kleinballen pressen, kaufen Strohhändler Großballen und pressen sie um.

Rundballen (120 Zentimeter breit, 150 Zentimeter Durchmesser; ca. 250 Kilo schwer; 110 Kilo/Kubikmeter) werden direkt auf dem Feld gewickelt, sind aber schwierig zu lagern und zu handeln. Für Bauern einfach und billig herzustellen, für Strohhändler uninteressant, weil sie zuviel Platz auf dem Lkw rauben. Experten schätzen, dass Rundballen in den nächsten Jahren durch Großballen komplett abgelöst werden. Die Halmlänge variiert zwischen 10 und 120 Zentimetern.

Hochdruck-/Großballen (Größe: 240 x 80 x 80 bzw. 240 x 130 x 120 Zentimeter, Gewicht ca. 240 bzw. 520 Kilo, Pressdichte 140 Kilo/Kubikmeter). Die Großpressen besitzen meist ein Schneidwerk, das Stroh wahlweise auf 13,5 Zentimeter, 9 oder 4,5 Zentimeter häckselt. Großballen werden von Händlern häufig zu Kleinballen umgepresst und verkauft.

Stroh-Lager:
So wird Stroh aufbewahrt

Nach der Ernte muss Stroh unter Dach, um zu trocknen. Oft liegt es monatelang im Freien, notdürftig mit Folie abgedeckt. Dann regnet es oben rein, unter der Folie bildet sich Kondenswasser, und das Stroh schimmelt. Außerdem müssen die Ballen auf Lücke gestapelt werden, damit die Luft zirkulieren kann. Das ist wichtig, denn Stroh muss, genau wie Heu, im Lager schwitzen wie in einer trockenen Sauna.  Bei der Ernte enthält ein Kilo Stroh 820 bis 830 Gramm Trockenmasse und 170 bis 180 Gramm Wasser. Um Stroh zu füttern, sollte es 860 Gramm Trockensubstanz haben. Nach der Ernte und dem Einlagern braucht neues Stroh eine Schwitzphase von sechs bis acht Wochen, ehe man es füttert und einstreut. Ansonsten drohen Koliken und angelaufene Beine beim Pferd. „Wenn sich das Strohlager draussen oder unter Planen befindet, sollte man gar nicht erst nach einem Einstellplatz fragen“, rät Professor Kienzle, Fütterungs-Fachfrau an der Universität München: „Der Ärger ist hier vorprogrammiert.“

Stroh-Ernte: Bei gutem Wetter wird das Stroh eingebracht. Die Rundballen sind am besten mit dem Vorderlader zu greifen. Foto: FREUNDPFERD

Stroh-Ernte: Bei gutem Wetter wird das Stroh eingebracht. Die Rundballen sind am besten mit dem Vorderlader zu greifen. Foto: FREUNDPFERD

Stroh-Einstreu:
Wie gut saugen Stroh-Häcksel?

Je kürzer das Stroh, desto besser saugt es angeblich. In vielen Ställen wird Stroh deshalb mit speziellen Geräten gehäckselt und aufgerissen, um Einstreu zu sparen. Das lohnt sich nicht, wie Studien der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft zeigen: Mit Häckseln kann man die Saugfähigkeit von Stroh nicht steigern. Man müsste es schon zu Mehl mahlen, um die saugfähige Oberfläche entscheidend zu vergrößern. Aber das gäbe eine Riesen-Matsche im Stall und wäre extrem Kolik gefährdend. In Versuchen saugte unbehandeltes Langstroh sogar besser; mit jedem weiteren Zerkleinerungsschritt wird das Ergebnis verschlechtert. Strohpellets schnitten in Saug-Versuchen unterschiedlich ab.

Stroh-Analysen:
So gut ist unser Stroh

Die Tierärztlichen Hochschulen (z.B. in München, Tel. 089-21802506) sowie die Landwirtschaftlichen Untersuchungsanstalten (Adressen über www.vdlufa.de) untersuchen Strohproben nach drei Kriterien: 1. Trocknungsgrad, 2. LPS-Gehalt (misst Bakterien im Stroh), 3. Gesamt-Gram (misst Bakterien, Hefen und Schimmelpilze im Stroh). Die Tests kosten etwa 90 Euro und dauern sechs bis acht Tage

Stroh-Kauf:
Wer liefert gutes Pferde-Stroh?

Der Strohpreis schwankt wie der Getreidepreis nach Region, Monat und Jahrgang; er wird nach Dezitonnen (dt, 100 Kilo) angegeben und in Landwirtschaftlichen Wochenblättern veröffentlicht. Überregionale Strohhändler: z.B. Matthias Conzelmann, Lammerbergstr. 69, 72461 Albstadt, Tel. (07432) 13901, www.conzelmann-agrarprodukte.de Dachverband: Bund Deutscher Raufutter-, Fourage- und Torfhändler e.V., Im Schellental, 50259 Pulheim, Tel. (02238) 2081, www.rauhfutter-verband.de. Der Futterspezialist marstall bietet Strukturfutter auf Strohbasis als Heu-Ersatz oder zum Beimischen – gut zu kauen, leicht zu verdauen („marstall ProCaval-Struktur“).

Halmverkürzer:
Gefahr oder Märchen?

Halmverkürzer oder Wachstumsregler (z.B. Chlormequat) sind Pflanzenschutzmittel, die in den Hormonhaushalt der Getreidepflanze eingreifen und den Halm stabiler machen. Das soll verhindern, dass er bei Regen und Wind knickt. In Öko-Betrieben sind Halmverkürzer verboten, bei Pferdehaltern in Misskredit geraten. Viele vermuten gesundheitsschädliche Rückstände im Stroh und fürchten, dass kurz gespritzte Halme den Darm verstopfen. Einen Beleg gibt es dafür nicht. „Beides ist mehr als unwahrscheinlich“, urteilt Professor Ellen Kienzle, Fütterungs-Fachfrau an der Universität München. „Die Stoffe sind nicht sonderlich giftig und werden schon gespritzt, wenn die Pflanze noch sehr klein ist. Bis ihr Stroh gefressen wird, vergehen Monate.“ Auch Koliken sind durch verkürzte Halme laut Kienzle nicht zu befürchten. „Die kritische Halmlänge für eine Blinddarmverstopfung liegt bei fünf Zentimetern. So ein Bonsai-Getreide hab‘ ich noch nie gesehen.“

Noch mehr Wissen und Tipps zum Thema Stroh:

Weizen, Roggen, Hafer, Gerste: Vor- und Nachteile der Strohsorten
Praxis-Tipps aus der Pferdevilla: Wie ein Stroh-Allergiker zum Stroh-Fan wurde
Tipp: Strohfaser-Chips „marstall ProCaval-Struktur“ – staubfrei und eiweißreduziert (Partner-Link)

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