Ein Blog von Christine Felsinger
mit Fotos von Felix Knaack

Keine Angst vorm Grasbauch!

Er liefert Pferden Wasserreserven, wenn es heiß her geht

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Auf den Bauch geschaut: Der Grasbauch während der Weidesaison wächst durch Wasser im Gras und verschwindet durch Training und Schwitzen. Auf den Bauch geschaut: Der Grasbauch während der Weidesaison wächst durch Wasser im Gras und verschwindet durch Training und Schwitzen.

Ein Gras- oder auch Heubauch beim Pferd ist gar nicht schlimm: Er besteht vor allem aus Wasser, das im Darm durch die Pflanzenfasern gebunden wird. Rohfaser im Futter wirkt wie ein Schwamm, der Wasser bindet. Ein gewisser Wasserspeicher ist fürs Pferd sogar ein wichtiges Reservoir, wenn es heiß her geht; etwa bei Wanderritten oder bei Wettkämpfen. Ist nicht genügend Wasser an Bord zum Schwitzen und Kühlen, sinkt die Leistung von Pferden – vergleichbar einem Motor, der gekühlt werden muss, damit er nicht streikt. Wasser als Kühlmittel ist der limitierende Faktor der Leistung beim Pferd, nicht das Kraftfutter.

Bei Rennpferden nennt man dieses Mangelphänomen „Einbrechen„, sagt der Hippologe Dietbert Arnold, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Pferde aus Bremen. „Ein Rennpferd mit guten Wasserreserven gewinnt eher als eins ohne. Es ist zwar am Anfang langsamer, weil durch das Wasser schwerer, hält aber am Ende länger durch, weil es besser schwitzen und kühlen kann.“ Deshalb verdampft auch der Grasbauch schnell, sobald das Pferd gearbeitet wird und schwitzt, beruhigt Dietbert Arnold. „Manchmal kann man im Herbst sogar sehen, dass Pferde richtig dampfen, ohne dass sie schwitzen: Das Fell ist trocken, und man könnte meinen, die Feuchtigkeit diffundiert regelrecht durch das Gewebe.“

Dietbert Arnold ist Sachverständiger für Pferdezucht und Pferdehaltung und berät das NRW-Landgestüt in Sachen Pferdefütterung. Foto-Copyright: Nils Arnold

Dietbert Arnold ist Sachverständiger für Pferdezucht und Pferdehaltung und berät das NRW-Landgestüt in Sachen Pferdefütterung. Foto-Copyright: Nils Arnold

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