Ein Blog von Christine Felsinger
mit Fotos von Felix Knaack

Wie Tinker Rocky dank Kolik seinen Husten los wurde

Die Rettung: Kochsalzinfusionen gegen Kotsteine

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Tinker-Wallach Rocky und sein Herrchen Stephan: zwei, die sich verstehen und endlich den Husten los sind. Tinker-Wallach Rocky und sein Herrchen Stephan: zwei, die sich verstehen und endlich den Husten los sind.

Wallach Rocky, 20, ist ein in Irland geborener Tinker, der mit meiner Stute Maya im Offenstall lebt und allergisch gegen Heu ist. Vor ein paar Monaten ist etwas passiert, was uns alle überrascht hat. Deshalb gab Rockys Krankengeschichte den Anstoß für meine neue FREUNDPFERD-Rubrik „Das ist die Rettung“: Wie sich Pferdeprobleme lösen – durch Zufall oder durch die gezielte Strategie der Experten. Wenn ihr so etwas auch schon erlebt habt: Schickt mir eure Geschichte, damit andere daraus lernen können!

Nun zu Rockys Geschichte: Der Tinker litt vier Jahre lang an chronischem Husten, hat außerdem gelegentlich Mauke im Fesselbereich, vor allem bei feuchtem Wetter. Der Husten fing im Frühjahr 2012 an. Egal ob Winter oder Sommer, im Stall, im Paddock oder auf der Weide: Rocky hustete immer, das ganze Jahr über.

Der Tierarzt diagnostizierte eine allergiebedingte chronisch obstruktive Bronchitis. Daher erfolgte die Futterumstellung von Heu auf Heucobs, und Rocky musste täglich inhalieren: anfangs mit Schleimlösern, später mit Theophyllin und Kortison.

Die Pflege war aufwändig über die Jahre; ein Pferd mit chronischer Bronchitis ist kein einfacher Fall: Außer Rockys Besitzer Stephan Hubertus kümmerten sich zwei Reitbeteiligungen darum, dass sein Kreislauf zusätzlich zur Bewegung im Offenstall in Schwung kam und dass er seine Inhalationen bekam.

Im Oktober 2015 lag Rocky plötzlich mit schwerer Kolik im Stall. Der Tierarzt stellte Kotsteine fest: verhärtete Kotballen, die den Darm verstopften

Nichts ging mehr, Rocky war wirklich schlecht dran, für den puscheligen Tinker stand es Spitz auf Knopf: Er musste mit Antibiotika behandelt werden und bekam vier Tage lang Kochsalzinfusionen, damit sich die Kotsteine lösen konnten. Außerdem kam der Tierarzt zweimal am Tag, um den Darm auszuräumen.

Es dauerte vier Tage. Dann geschah das Wunder, das Pferdebesitzer und Tierarzt gleichermaßen zum Staunen brachten:

Nach vier Tagen Infusionen war nicht nur die Kolik überstanden, auch der Husten war weg

Medikamente und Therapien gegen den Husten braucht Rocky derzeit nicht mehr; allerdings frisst er weiterhin kein Heu, sondern Heucobs. Damit er keine weitere Verstopfungskolik bekommt, bekommt er dazu täglich etwa 20 Milliliter Leinöl.

Rockys Besitzer Stephan Hubertus, selbst gestandener Human-Gynäkologe, weiß, dass es in der Medizin vieles gibt, was phänomenal scheint und nicht immer sofort erklärbar ist. Der Zusammenhang zwischen den Infusionen, dem Loswerden der Kotsteine und des Hustens gehört für ihn auch in diese Kategorie.

Stephan ist einfach nur heilfroh, dass es Rocky besser geht: „Rein theoretisch kann es sein, dass der Husten irgendwann wiederkommt. Sagt jedenfalls der Tierarzt. Der hat so einen Fall auch noch nie erlebt und vermutet, dass durch die massiven Kochsalzinfusionen vielleicht Allergene aus dem Körper geschwemmt wurden.“

 

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