Ein Blog von Christine Felsinger
mit Fotos von Felix Knaack

Was ist das Equine Cushing Syndrom?

Symptome, Diagnose und Behandlung von Cushing-Pferden

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Das Equine Cushing Syndrom (ECS) ist eine unheilbare, aber gut zu behandelnde Stoffwechselerkrankung, ausgelöst durch eine Störung in der Hirnanhangsdrüse. Weil diese Drüse eine zentrale Rolle im Hormonstoffwechsel des Körpers spielt, herrscht bei Cushing-Pferden Hormon-Chaos mit lebensgefährlichen Folgen:

Hufrehe-Schübe drohen, die nur durch den Arzneiwirkstoff Pergolid (enthalten im verschreibungspflichtigen Medikament Prascend) in Verbindung mit zucker- und stärkereduzierter Fütterung verhindert werden können.

Die Neigung zu Cushing ist häufig angeboren, wird durch oxidativen Stress im Körper begünstigt und äußert sich meist erst im höheren Alter: Die meisten Cushing-Pferde sind über 15 Jahre alt.

Symptome für das Cushing-Syndrom

+ langes, welliges Fell; weich und gekräuselt
+ starkes Schwitzen
+ Muskelschwund und Hängerücken
+ Fettpolster über den Augen, am Mähnenkamm (Kammfett), auf der Kruppe
+ häufiges Trinken und Pinkeln
+ wiederkehrende Hufrehe oder Hufgeschwüre
+ Leistungsschwäche
+ Infekt-Anfälligkeit

Diagnose-Stellung bei Cushing-Pferden

Nur mittels Blutuntersuchung durch den Tierarzt, z.B. durch die Bestimmung des adrenokortikotropen Hormons ACTH aus der Hirnanhangsdrüse, das bei Cushing-Pferden erhöht ist.

Behandlung bei Cushing

Das Medikament Prascend, das der Tierarzt verschreibt (Wirkstoff: Pergolid-Mesylat), ist das einzige Mittel, das (bei individuell dosierter täglicher Einnahme) steuernd in den Hirnstoffwechsel eingreifen und die Cushing-Gefahren (vor allem Hufrehe-Gefahr) reduzieren kann.

Fütterung von Cushing-Pferden

Futtermittel mit leicht verdaulichen Kohlenhydraten (Zucker, Stärke im Kraftfutter, Melasse z.B. in Rübenschnitzeln oder Müsli, Fruktan im Weidegras) sind für Cushing-Pferde tabu. Am gesündesten und mit dem wenigsten Hufrehe-Risiko behaftet sind Heu, Mineralfutter und Wasser. Gegen Muskelschwund kann hochwertiges Eiweiß helfen, etwa in Sojaschrot. Auch Pflanzenöl kann helfen, Cushing-Pferde vor dem Abmagern zu bewahren.

Hier geht’s zu den Erfahrungsberichten der FREUNDPFERD-Freunde

Warum Cushing-Pferde oft Wurmprobleme haben: Keine Wurmkur ohne Kotprobe
Die Wahl zwischen Hunger und Hufrehe: Cushing-Pferd Masha (Haflinger, 34 Jahre)
Null Getreide und Melasse, wenig Stärke und Zucker: Das prebiotische Faser-Light-Futter (Partner-Link) 
Hufrehe-Anfälligkeit bei Vollblut-Arabern: „Meine Wadimah hat sich zu Tode gefressen“

 

2 Kommentare

  1. Hier noch eine wichtige Ergänzung aus parasitologischer Sicht: Da bei Cushing das Immunsystem geschwächt ist, scheiden manche Pferde mit dieser Krankheit mehr Wurmeier aus als gesunde Tiere. Deshlab sollten regelmässig Kotproben untersucht werden (www.entwurmungpferd.de/kotprobe-pferd/ )und nur wenn nötig entwurmt werden. „Bilde“ Wurmkuren ohne vorherige Untersuchunge sind meiner Meinung nach nicht gut, da sich die Pferde ja schon mit dem Pergolid auseinandersetzen müssen.

    • Liebe Frau Becher, schön, wieder von Ihnen zu lesen! Das ist ein sehr wichtiges Thema, vielen Dank daher für Ihren Kommentar. Ich habe Ihnen dazu eine Mail geschickt, wie wir das Thema im Blog vertiefen können. Herzlichen Gruß und guten Rutsch, Christine Felsinger

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