Ein Blog von Christine Felsinger
mit Fotos von Felix Knaack

Gute-Laune-Test: Glücklich dank Koppel und Kumpel

Forscher haben bewiesen, dass Pferde Weidegang und Artgenossen brauchen

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Gute Freunde, gute Laune: Pferde brauchen Artgenossen und gemeinsamen Auslauf, um sich wohl zu fühlen. Gute Freunde, gute Laune: Pferde brauchen Artgenossen und gemeinsamen Auslauf, um sich wohl zu fühlen.

Sind Pferde auf der Weide glücklicher als in einer Einzelbox? Fühlen sie sich in bestimmten Haltungssystemen wohler als in anderen? Alles deutet darauf, und Forscher haben auch ein paar Indizien, aber harte Fakten waren bisher rar.

Verhaltensforscher aus München entwickelten daher einen raffinierten Test, der verrät, in welcher Stimmung sich Pferde befinden. Und sie haben mit diesem Test pünktlich zum Beginn der Weidesaison im ersten Schritt überprüft, wie sich Pferde fühlen, wenn sie nach längerer Einzel-Boxenhaltung plötzlich in Pferdegesellschaft auf die Weide dürfen.

Für den Test nutzten sie Holzboxen mit und ohne Futter, zwischen denen die Pferde in verschiedenen Situationen wählen mussten. Je nach Standort der Boxen werteten die Wissenschaftler die Entscheidung der Pferde, zur Box zu gehen, als Zeichen für optimistische oder pessimistische Stimmung. Und diese wiederum konnte im Test mit der Haltungsform verknüpft werden: Nach sechs Monaten Einzelhaltung in Boxen, ohne Weide und Herrengesellschaft, versetzte es Pferde nachweislich in eine positive Stimmung, dass sie plötzlich in den Genuss von Weidegang und Kontakt mit Artgenossen kamen. Und so lautet der Appell des Münchner Forscherteams rund um Studienleiterin Sandra Löckender:

„Wir möchten dazu anregen, dass Pferde bestimmte Verhaltensweisen wie Erkundungsverhalten, soziale Interaktion, Spiel oder Fellpflege ausleben dürfen, um ihre Bedürfnisse zu befriedigen“

Das Fazit der Forscher zum momentanen Stand der Dinge ist schlicht, aber überzeugend: „Wenn es eine Verbindung gibt zwischen Haltungsbedingungen und Gefühlszustand, können wir das Pferdewohl optimieren: Wir müssen einfach die Haltungsbedingungen schaffen, die Pferde in einen positiven Gefühlszustand versetzen.“

Sandra Löckener et al.: Pasturing in herds after housing in horseboxes induces a positive cognitive bias in horses, Journal of Veterinary Behavior: Clinical Applications and ResearchVolume 11, January–February 2016, Pages 50–55

2 Kommentare

  1. Unsere Pferde stehen nur zum fressen kurz in der Box je nach Jahreszeit und Pferd 1-3 x für etwa 15 min sonst inkl Gruppen auf den padogs oder in einer Herde zusammen in einer dort spielen sie wie kleine Kinder oder betreiben fellpflege blödsinn und co lg

    • Schön, dass die Pferde nicht nur stumpf herumstehen, sondern echte soziale Interaktion haben! Fördert ihr das Spielen in irgendeiner Form durch Anreicherung der Paddocks mit Bällen, Spielzeug o.ä.? LG Christine

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