Ein Blog von Christine Felsinger
mit Fotos von Felix Knaack

„In jedem Stall schaue ich in die Augen der Pferde“

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Pferdevilla-Chefin Sonja Schmid kümmert sich um das tägliche Wohlbefinden der Pferde. Pferdevilla-Chefin Sonja Schmid kümmert sich um das tägliche Wohlbefinden der Pferde.

Sonja Schmid kümmert sich mit ihrem Mann Andreas um 45 Pferde. Ihre „Pferdevilla“ in Gechingen bei Stuttgart wurde 2013 als 5-Sterne-LAG-Laufstall prämiert. In der FREUNDPFERD-Kolumne „(St)alltag in der Pferdevilla“ erzählen die beiden, was sie füttern, welche Probleme sie gerade lösen und woran sie tüfteln, damit ihre Pferde gesund und glücklich bleiben. Ich bewundere die beiden für ihren Willen, das Beste fürs Pferd  zu wollen, deshalb sind sie Teil meines FREUNDPFERD-Blogs geworden.

FREUNDPFERD: Was motiviert euch, eure Pferdevilla ständig zu verbessern?

Sonja Schmid: Wir wollen zeigen, dass die Offenstallhaltung langfristig die gesündere Haltungsform ist und die, in der Pferde einfach glücklicher und entspannter sind. Das glauben ja viele Pferdebesitzer und Stallbetreiber einfach nicht, da braucht man sich doch nur umschauen: Immer noch steht die Mehrzahl der deutschen Pferde in Boxen. Das finde ich unglaublich.

Geht mir auch so, wenn ich mit Offenstall-Skeptikern rede, von denen es immer noch zu viele gibt: Man muss sich immer anhören, dass sich Pferde da öfter verletzen. Davor haben viele Reiter einfach Angst.

Das mag oberflächlich betrachtet auch stimmen, denn natürlich haben Pferde im Offenstall öfter hier oder da eine Schramme. Und in der Gruppenhaltung ist klar, dass es da auch mal wilder zugeht zwischen den Pferden. Aber man muss doch sehen, was unterm Strich herauskommt bei den verschiedenen Haltungsformen. Und bezogen auf die Pferdegesundheit sagen uns die ehrlichen Tierärzte ganz klar: Die langwierigen Ausfälle von Reitpferden und die dauerhaften Gesundheitsschäden, sei es durch Lahmheiten, Atemwegserkrankungen oder Verdauungsprobleme, sind eher bei Pferden aus Boxenhaltung zu verzeichnen als bei Pferden im Offenstall.

Es gibt ja noch so ein verbreitetes Mittelding: die Paddock-Box mit individuellem kleinem Auslauf. Was haltet ihr davon?

Die Paddockbox ist für uns heute keine Alternative mehr. Wenn ich in einen fremden Stall komme, schaue ich immer zuerst in die Augen der Pferde. Und dann muss ich meistens schnell raus aus dem Stall, da kann ich einfach nicht mehr bleiben, weil ich es nicht mehr sehen kann.

Wie seid ihr eigentlich zu begeisterten Offenstallern geworden?

Wir haben ja im Lauf unseres Reiterlebens auch die verschiedenen Stufen der Pferdehaltung erlebt. Angefangen haben wir mit dem Bau von Innenboxen. Dann kamen als Neuheit Paddocks dazu. Letztlich war es unser ältestes Pferd, welches zu neuer Vitalität in der Gruppenhaltung gefunden hat. Dass unser Wallach so gesund ist, überzeugte uns. Wir glauben, dass wir auf dem richtigen Weg sind mit dem Umbau von der Einzel-Boxenhaltung zum Offenstall. Dieser Stalltrakt ist quasi heute noch die Keimzelle, das Herzstück der Pferdevilla, um das herum wir umgebaut, ausgebaut und neu gebaut haben.

Auch das gründliche Ausmisten zählt zur Sonja Schmids Jobs in der Pferdevilla.

Auch das gründliche Ausmisten zählt zur Sonja Schmids Jobs in der Pferdevilla.

Was wir noch von der Pferdevilla lernen können:

Unser Rezept gegen Matsch, Glätte und Stolpern

Winterfutter: So klappt’s mit Heu und Wasser!

Und hier geht’s zur Pferdevilla!

 

 

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