Ein Blog von Christine Felsinger
mit Fotos von Felix Knaack

Drei Trab-Tipps für mehr Abwechslung

FREUNDPFERD-Training mit Ausbilderin Sibylle Wiemer

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Schön synchron: Mit Abwechslung im Training allein oder zu zweit macht Traben Pferden und Reitern mehr Spaß. Foto-Copyright: Wiemer Schön synchron: Mit Abwechslung im Training allein oder zu zweit macht Traben Pferden und Reitern mehr Spaß. Foto-Copyright: Wiemer

Der Trab ist für viele Reiter eine schweißtreibende Sache. Schade, denn hier können wir echte Erfolgserlebnisse ernten: Viel leichter als in jeder anderen Gangart gelingt es und im Trab, den Raumgriff, den Schub und den Schwung unserer Pferde zu verbessern.

Ob im Leichttraben oder Aussitzen, in der Reitbahn oder im Gelände, immer gelten dieselben drei Faustregeln:

1. Variieren Sie die Linien, das Tempo und die Kopf-Hals-Position beim Pferd

Nichts ist ermüdender, als zig Runden im selben Tempo auf einer Hand und auf einer Linie zu traben. Wie langweilig für Pferd und Reiter!

Bringen Sie lieber Abwechslung ins Spiel: Traben Sie mal schneller, mal langsamer. Ich meine tatsächlich schneller, langsamer: Fangen Sie das Tempo ein und legen Sie wieder zu, verlängern und verkürzen Sie die Tritte. Damit ist nicht Perfektion gemeint wie versammelter Trab und Mitteltrab, sondern das Variieren der Trittlänge und des Schubs.

Schwung verbessert den Trab und formt Muskeln; besonders, wenn wir die Kopf-Hals-Position variieren: Dressurreiten im Gelände klappt oft besser, weil die Pferde motivierter vorwärts gehen. Foto-Copyright: Wiemer

Schwung verbessert den Trab und formt Muskeln; besonders, wenn wir die Kopf-Hals-Position variieren. Und Dressurreiten im Gelände klappt oft besser, weil die Pferde motivierter vorwärts gehen. Foto-Copyright: Wiemer

Ändern Sie dabei die Kopf-Hals-Position von einer Gebrauchshaltung zu Dehnung oder je nach Ausbildungsstand von Pferd und Reiter zu Dressurhaltung in Aufrichtung. Variieren Sie mit Stellung und Biegung, wechseln Sie dabei auch zwischen Innen- und Außenbiegung. Reiten Sie auf vielen verschiedenen Linien und Wegen in verschiedenen Bahnfiguren. Zu Bahnfiguren oder Hufschlagfiguren gibt es übrigens tolle Übungen in diesem Buch von Sibylle Wiemer: „Hufschlagfiguren kennen und präzise reiten“, erschienen im Kosmos Verlag.

2. Traben Sie über Stangen und Cavaletti

Lassen Sie Ihr Pferd über Stangen traben. Wenn Sie sich nicht trauen, beginnen Sie damit zunächst an der Longe. Wenn Sie Ihr Pferd an diese Arbeit gewöhnen wollen, legen Sie zunächst eine Stange auf den Boden. Ich würde keine Gassen nehmen, da die meisten Pferde diese nicht als Hindernis, sondern eher als Begrenzung wahrnehmen. Wenn Sie im Schritt beginnen, legen Sie zwei Stangen je nach Pferdegröße im Abstand von 60 bis 80 cm auf den Boden (oder aus Sicherheitsgründen auf einer Seite erhöht).

Wenn das Pferd dann darüber traben soll, beträgt der Abstand +/- 1,20 Meter. Wenn Sie an der Longe beginnen, legen Sie die Stangen sternförmig auf den Boden. In der Stangenmitte ist dann 1,20 Meter Abstand, innen ungefähr 1 Meter und außen knapp 1,50 Meter. Trauen Sie sich, die Stangen leicht zu erhöhen, dann ist der gymnastizierende Effekt größer. Pferde können problemlos über 30 Zentimeter hohe Stangen traben.

Als Variante, um die Trittsicherheit zu erhöhen, können Sie auch mehrere Stangen unsortiert kreuz und quer auf den Boden legen. Das Pferd muss aufpassen und dabei seine Trittlänge variieren.

3. Reiten Sie Übergänge aller Art.

Nach der Lösungsphase bieten sich Übergänge aller Art an, um den Trab zu verbessern. Zunächst reiten Sie Übergänge zwischen Schritt und Halten, Schritt und Trab bzw. Trab und Galopp. Bei zunehmender Durchlässigkeit traben Sie aus dem Halten an oder galoppieren Sie aus dem Schritt an.

Achten Sie bei den Paraden darauf, dass das Pferde-Genick der höchste Punkt bleibt und Ihr Pferd nicht abtaucht oder auf die Vorhand fällt. Der kleinere Fehler ist das Auslaufen der Parade, der gröbere Fehler, weil auch gesundheitsschädigend, ist das abrupte Bremsen, bei dem Ihr Pferd auf die Vorhand fällt.

Sibylle Wiemer aus Fintel bei Hamburg ist FN-Reitlehrerin A und Diplom-Pädagogin. Bei FREUNDPFERD ist sie meine Expertin für Reit-Tipps rund um die Wohlfühl-Figur. Foto-Copyright: Wiemer

Sibylle Wiemer aus Fintel bei Hamburg ist FN-Reitlehrerin A und Diplom-Pädagogin. Bei FREUNDPFERD ist sie meine Expertin für Reit-Tipps rund um die Wohlfühl-Figur. Foto-Copyright: Wiemer

 

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