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mit Fotos von Felix Knaack

Wie schwer dürfen Reiter sein?

Die FREUNDPFERD-Kolumne zum (Fr)essen

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Ich bin Christine Felsinger; Biologin, Journalistin und Bloggerin. Ich bin Christine Felsinger; Biologin, Journalistin und Bloggerin.

Zur Zeit macht eine Studie über das Reitergewicht viel Welle, obwohl sie ziemlich nichtssagend und schon zwei Jahre alt ist: Zwei Forscherinnen vom Duchy College im britischen Cornwall fragten sich 2013: Wie schwer dürfen Reiter sein? Genauer: Wie viel dürfen Reiter im Verhältnis zu ihren Pferden eigentlich wiegen? Ziel war es, einfach mal Daten zu sammeln, um irgendwann vielleicht Empfehlungen geben zu können, wie schwer Reiter sein dürfen. Gewogen wurden 50 Pferd-Reiter-Paare; alle Reiter waren über 18 Jahre alt, und alle hatten einen gesunden Body Mass Index (BMI). So weit, so gut. Nicht so gut fanden die Forscherinnen, dass die Relation von Reiter- zu Pferdegewicht zwischen 14,2 und 16,6 Prozent lag. Denn eine ominöse (weil wissenschaftlich nie abgesicherte) englische Daumenregel besagt, dass Reiter idealerweise nur 10 Prozent, also ein Zehntel dessen wiegen sollten wie ihr Pferd. Das allerdings ist (nicht nur im britischen Königreich) so unrealistisch wie unsinnig. Da tröstet es uns fürs „Jede Woche frisch“ doch, dass die ominöse Daumenregel 15 Prozent gerade noch als ok bewertet. Bringt der Reiter 20 Prozent seines Pferds auf die Waage, gilt das im Empire als Fall für den Tierschutz. Das klingt plausibel: 100 Kilo Mensch auf 500 Kilo Pferd müssen wirklich nicht sein.

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2 Kommentare

  1. Voll der Schwachsinn, solche absoluten Werte. Entscheidend ist, wie fit ist das Pferd und wie fit ist der Reiter. Auf ein untrainiertes Pferd sollte man sich als schwerer Reiter nur sehr kurz setzen, um es nicht zu überfordern. Davon ausgehend aber kann und muss man die Muskeln des Pferdes langsam aufbauen, insbesondere die Bauchmuskeln, welche dafür sorgen, dass der Rücken oben bleibt. Wenn der Rücken des Pferdes durchhängt, ist selbst der leichteste Reiter zu schwer fürs Pferd. Kraftaufbau nach den Erkenntnissen der Sportwissenschaft ist das richtige Stichwort, das gilt übrigens auch für den Reiter, dernn ein rumwackelnder Reiter ohne jegliche Körperspannung belastet das Pferd übermäßig, egal wie schwer oder leicht er ist. Und andererseits schaue man sich mal z.B. ein paar Springreiter an, z.B. Ludger Beerbaum, fast zwei Meter groß und bestimmt bald 100 kg schwer und über welche Hindernisse können seine Pferde springen und sind trotzdem nicht mit 10 Jahren platt – im Gegensatz zu dem ein oder anderen, von einer leichten Reiterin völlig falsch gerittenen Dressurpferd.

  2. Das ist absolut richtig und wird von Studien bestätigt: Schwerere Reiter, die balanciert und geschmeidig sitzen, belasten den Pferderücken weniger als leichte Reiter, die mangels Reitvermögen nicht in der Bewegung mitgehen können.

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