Ein Blog von Christine Felsinger
mit Fotos von Felix Knaack

Welcher Hafer für Pferde am gesündesten ist

Plus: Die 5 Top-Tipps für den Umgang mit Hafer

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Hafer sollte nicht so grau sein, sondern je nach Sorte weiß, gelb oder schwarz. Hafer sollte nicht so grau sein, sondern je nach Sorte weiß, gelb oder schwarz.

Hafer ist Super-Food für Pferde und das Getreide, das für Pferde am besten verdaulich ist. Und jetzt kommt das Aber: Pilze, Milben und Keime haben in Hafer leichteres Spiel als in Gerste oder Mais. Haferkörner können also mit Allergenen und Giften (Toxinen) belastet sein.

Das liegt am Bau des Haferkorns: Üppige Spelzen umhüllen es locker, zerbröseln im Silo zu Staub und bieten Mikroorganismen Unterschlupf – erkennbar unter der Lupe an schwärzlich verfärbten, schimmelig-pelzigen Spelzfalten. Manchmal ist mit bloßem Auge zu sehen, dass der Hafer nicht in Ordnung ist: Er ist grau gesprenkelt statt satt gelb.

Auch die Haferpflanze selbst ist anfällig für Pilzbefall: Hafer knickt auf dem Feld schnell um, wenn es stürmt und regnet. Er liegt flach und trocknet schlecht. Am stärksten hängt die Qualität des Hafers aber vom Wetter während der Aussaat im März sowie dem Wachstum und der Ernte im Juli/ August ab. Bei gutem Hafer-Wetter (nicht zu trocken im Frühjahr, nicht zu regnerisch im Sommer) wächst das Korn kräftig und kommt dick und trocken unter Dach. Das steigert das Litergewicht (= Gramm pro Liter) und senkt das Risiko für Verderb. Hafer mit gutem, schwerem Litergewicht enthält viel Energie und wenig Keime.

Man erkennt schweren Hafer an großen, runden Körnern oder am Schwimm-Check: einfach ein Händchen Hafer in ein großes Glas Wasser geben. Je mehr schwere Körner sich am Boden sammeln, desto besser ist der Hafer. Außerdem entlarvt der Check Dreck oder Ungeziefer im Hafer. Ein weiterer Qualitäts-Test: Messen Sie per Messbecher einen Liter Körner ab (unbedingt ungequetscht!) und wiegen diesen auf einer Haushaltswaage: 400 Gramm und weniger ist schlecht, 450-500 Gramm ordentlich, über 500 Gramm top.

Und sollte man nun weißen, gelben oder schwarzen Hafer füttern? Darüber wurde oft gestritten, denn traditionell gilt schwarzer Hafer etwa in der Rennpferde-Szene als beste Wahl. Aber Experten sind sich ziemlich sicher, dass die Farbe keinen positiven oder negativen Effekt auf die Hafer-Qualität hat. Einige spötteln sogar, dass schwarzer Hafer nur deshalb bei manchen beliebt sei, weil darin die grauen Schimmel-Nester nicht so auffallen.

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Die 5 wichtigsten Experten-Tipps für den Umgang mit Hafer

  1. nur gereinigten Hafer füttern (z.B. aus dem Landhandel). Auch Landwirte und Stallbetreiber, die auf Qualität achten, lassen ihren selbst angebauten Hafer nach der Ernte professionell reinigen.
  2. Finger weg von Hafer, der nach der Ernte nicht mindestens 12 Wochen lang trocknen konnte. Wurde er bei Regen geerntet und hat über 15 Prozent Körnerfeuchte, muss nachgetrocknet werden (z.B. mit Gebläsen).
  3. Am besten hält sich Hafer in einem luftdurchlässigen Papiersack (ohne Plastikschicht), wenn er dunkel, um die 10 Grad kühl und in guter Luft lagert.
  4. Wer Hafer unbedingt quetschen oder walzen will (eigentlich ist das Quetschen wegen des leicht zu knackenden Haferkorns gar nicht notwendig, also wirklich nur bei Pferden mit wirklich schlechten Zähnen zu empfehlen), sollte ihn am selben Tag füttern, weil Hafer durch den hohen Fettgehalt schnell ranzig wird.
  5. Hafer niemals offen im Stall aufbewahren: Sonst verdreckt und verdirbt er noch schneller und wird zum begehrten Nest für Mäuse, Milben & Co.

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5 Kommentare

  1. Hi, das ist ein Kommentar.
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  2. Danke, schöne Zusammenfassung und ich stelle fest, da sind Aspekte dabei, die ich in meinem Artikel http://equicanis-blog.com/hafer-pferde/ nicht berücksichtigt habe :-)!
    Wie zum Beispiel, wie lange man ihn lagern sollte, bevor man ihn verfüttert

  3. Ich finde es wirklich klasse, dass Sie sich all diese Mühe machen und die Informationen uns mitteilt. Danke dafür.
    Gruß Karin

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